Sehnsuchstziel Südafrika/Kapstadt

heike krohz

Die Osterferien sind für unsere Familie traditionell die vorgezogenen Sommerferien, denn in der Hochsaison kann ich natürlich nicht gut lange Urlaub machen. Wie immer, wenn es an die Urlaubsplanung geht, ist das vorfreudige Gefühl beim Buchen einer Reise mit das Allertollste. (Tipp: Wir haben alles selber zusammengestellt Flug via STA Travel, Airbnbs, Mietwagen…, das hat diese Reise zwar nicht billig aber durchaus erschwinglich gemacht).

Fernweh liegt bei uns in der Familie, und besonders meiner Tochter scheine ich eine ordentliche Ladung Reisegene vererbt zu haben.

In diesem Jahr ging für uns (mich;-) besonders) ein echter Reisetraum in Erfüllung, 13 Tage Südafrika!

Die erste Urlaubswoche verbrachten wir direkt in Kapstadt, in Seapoint hatten wir unsere 1. Unterkunft gebucht. Airbnb * hat sich als wahres Schatzkästchen entpuppt, und wir waren mit der Wahl unserer Unterkunft total glücklich. Unsere 1. Gastgeber waren unglaublich herzlich und wir fühlten uns tatsächlich zu Hause!

seapoint kapstadt airbnb

Hier einige Impressionen unserer Zeit in Kapstadt. Natürlich haben wir das komplette Touristenprogramm „abgearbeitet“. Waterfront, Tafelberg, Babylon Store, Spice Route Paarl, Woodstock, Botanischer Garten….. Mein persönliches Highlight war sicher die Fahrt über den Chapmans Peak zum Kap der guten Hoffnung. Die Ausblicke, die Berge und das Meer in Kombination mit strahlendem Sonnenschein, für mich unübertrefflich.

esel

Ganz fantastisch fanden wir auch die Gastronomie in der Kapregion, wir hatten eine große Empfehlungsliste im Gepäck, und haben wirklich (ständig) ganz ausgezeichnet gegessen. Das südafrikanische Preisniveau kommt uns in diesem Fall entgegen, ich würde mal schätzen, die Kosten eines vergleichbaren Restaurant Besuchs betragen circa 1/3 zu den Preisen hier. Die Gastronomie am Kap ist innovativ, geschmackvoll, ungeschnörkelt (Tischdecken = überflüssig)  und sorry, dass ich das so sagen muss, einfach besser als das Meiste was es hier bei uns gibt. Besonders lecker fanden wir es im Foxcraft Restaurant, ein richtig cooles Konzept fährt auch der Pot Luck Club. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Selbst in einfachen Restaurants ist der Service viel aufmerksamer und kompetenter, als häufig hierzulande. Was bei uns sehr ankam war z.B. das sich die jeweilige Servicekraft sich nach dem man Platz nimmt kurz mit Namen vorstellt, in der Art wie : “ Hallo ich bin Mike und bin heute für euren Tisch zuständig“.

Ein Trinkgeld von mindestens 10-15% des Rechnungsbetrags ist absolut üblich, in manchen Restaurants wird es sogar automatisch zum Rechnungsbetrag dazu addiert. Das Grundgehalt der Leute ist entsprechend niedrig und  da wird Trinkgeld (eigentlich immer und überall) mehr als gerne gesehen, nein es wird sogar erwartet!

Natürlich ist auf so einer Reise nicht nur alles wunderbar. Ganz ohne Frage hat es in Kapstadt ein riesen Gefälle zwischen bitterarm und superreich. Die Townships an den Stadtrand gedrückt, sind die Heimat vieler der 3,7 Millionen Einwohner Kapstadts.

Es werden auch Touren durch die Townships angeboten, was uns einerseits sehr interessiert hätte, letztendlich haben wir uns dagegen entschieden. Irgendwie kam es  uns voyeuristisch vor, als wohlhabende Touristen, die Armut anderer Menschen als „Sightseeingtour“ anzuschauen.

Obwohl Seapoint als sicheres Stadtviertel gilt, und wir ja immer als Familie unterwegs waren, habe ich mich immer etwas unwohl und nicht unbedingt sicher gefüllt, wenn wir durch die Straßen gelaufen sind. Abends haben wir das auch ganz gelassen und dann immer ein Taxi genommen. Persönlich fand ich das sehr schade, vielleicht auch durch eine gewisse übertrieben Vorsicht unserseits, kommt man natürlich so mit Einheimischen nicht wirklich in Kontakt.

Den zweiten Teil unsere Reise haben wir an der touristisch weniger frequentierten Westküste verbracht. Unser Ferienhaus dort, auch über Airbnb gebucht, hatte die wunderschönste Lage, die man sich vorstellen konnte. Den ganzen Tag der Blick aufs Meer (das ist Wasser ist kalt, nein saukalt) und jeden Abend hat der Himmel unfassbare Sonnenuntergänge für uns gezaubert. Grotto Bay liegt mitten in einem Naturreservat , dass es dort z.B. jede Menge Schlangen gibt haben wir zum Glück erst nach unserer Abreise so richtig kapiert;-).

Nach einer Woche strammen Sightseeing, waren diese letzten Tage genau das richtige um richtig die Seele baumeln zu lassen. Der nächste Laden war 30 km entfernt, wir haben unseren Kühlschrank gut gefühlt, Barbecue auf der Terrasse gemacht und die Zeit genossen.

Einen Tag sind wir zum legendären Strandlooper nach Langbaan gefahren. Was hier aussieht wie ein „Piratennest“ ist wohl das originellste „Restaurantkonzept“ was mir bis her untergekommen. Jeder Gast zahlt einen Festpreis, dafür gibt es ein 10 gängiges Fischmenü, gekocht, gegrillt und gebraten auf dem offenen Feuer. Es gibt kein Besteck!, sondern Muschelschalen zum Löffeln, oder halt die eigenen Hände. Besonders viele südafrikanische Familien kommen mit Kind und Kegel sowie der eigenen Kühltasche (Getränke dürfen mitgebracht werden) dorthin. Man sitzt also barfuß am Strand, ein Gitarrenspieler singt ein paar Liedchen und zwischendurch kühlt man die Füße im Meer.

Wie immer geht der Urlaub viel zu schnell vorbei,

zum Glück kann man von den Erinnerungen lange zehren.

Pünktlich zum Mai startet meine Hochzeitssaison, vorher hat sich noch das SWR zu einem 2-tägigen Filmdreh angekündigt. Sprich es bleibt spannend.

LG Heike

* Affiliate Link falls ihr über diesen Link bucht, kostet euch das nicht mehr, aber ich bekomme ein kleine Gutschrift für meine nächste Reise:-) und auch ihr bekommt dann einen Gutschein!

Alle Fotos @Ronja Krohz

 

 

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