Von Veränderungen und Marmeladenglasmomenten in 2018

 

Eigentlich mag in Jahresrückblicke sehr, doch Ende Dezember letzten Jahres fehlten mir einfach dazu die Worte. 2017 war wirtschaftlich sehr erfolgreich, aber körperlich und geistig war ich am Jahresende platt wie eine Flunder, um es mal nett auszudrücken.

Nun habe ich mich gedanklich wieder gesammelt und möchte ein paar Zeilen zu eher persönlichen als beruflichen Zielen in 2018 loswerden.

Jeder Mensch hat in seiner Biographie Erlebnisse oder Zeiten, die ihn besonders prägen.

Persönlich gehören für mich ganz klar die Geburt unserer 3 Kinder, bzw. diese große Aufgabe und die bedingungslose, lebenslange Verantwortung für diese Menschen zu übernehmen, dazu.

Mutter werden, Eltern sein gehört für mich zur erfüllendensten, aber sicher auch anspruchsvollsten Aufgaben, die ich mir vorstellen kann.

Was mich ebenfalls ganz stark geprägt hat ist die Gründung von suess-und-salzig 2005. Die Jahre der Selbstständigkeit mit all ihren Höhen und Tiefen, die große Energie, die es für den Erfolg braucht, haben mit Sicherheit Spuren hinterlassen. Das eigene Denken hat sich geändert, vom „Angestellten“ zum „Unternehmer“, was die Sicht auf viele Dinge massiv verändert.

Abgesehen davon, gab es in den letzten 2 Jahren gleich mehrere Schicksale in meinem nahen Umfeld, die mich extrem und nachhaltig berührt haben. Welche mir auf die traurigste Weise gezeigt haben, dass unsere Zeit hier auf Erden begrenzt ist.

Das mit zu erleben hat mich sehr nachdenklich und demütig gemacht. Mich aber auch wachgerüttelt, denn niemand weiß bestimmt, wieviel Stunden und Tage auf der eigenen Lebensuhr noch drauf sind.

Was hat das alles mit suess-und-salzig und diesem Blog zu tun?

Sehr viel, denn ich habe beschlossen mir zukünftig mehr Freiräume zu nehmen!

Jeder Selbstständige weiß wie unfassbar schwierig es ist, eine gute Balance zu finden zwischen Arbeit, benötigten Umsätzen und Freizeit. Dabei sieht bei fast allen die Seite mit der Freizeit extrem bescheiden aus…

Ich bin nicht naiv, und ich weiß, dass eine erfolgreiche Selbstständigkeit (fast, es soll ja Ausnahmen geben;-) immer mehr Arbeit und Energieaufwand bedeutet als ein Job als Angestellter (o.k. keine Verallgemeinerungen, aber was mich betrifft kann ich das zu 100% so sagen). Das wird auch in Zukunft weiterhin so sein, aber was ist dann die Veränderung?

Was bedeutet das konkret? Erste Schritte in diese Richtung habe ich schon in der letzten Saison getan, und zwar bei der Auswahl der Brautpaare für die ich arbeiten möchte. Mag es Zufall sein, Glück oder wirklich daran gelegen haben, dass ich diese Punkte konsequent umgesetzt habe?

Ich kann heute sagen, noch NIE hatte ich eine Saison bzw. ein Jahr wie 2017, das gefüllt gewesen ist mit so unfassbar schönen Hochzeiten, wertschätzenden Brautpaaren und spannenden Aufträgen wie das letzte Jahr. Und zwar Woche für Woche, ein positiver Flow, durch den es mir möglich war, ein extrem krasses Pensum an Arbeit gut zu bewältigen.

Trotzdem bestand das ganze Jahr fast nur aus Arbeit, das kann und möchte ich so nicht mehr…

Es hat sich für mich gezeigt, dass es besonders die Hochzeiten mit Sweet Candy Table Konzepten sind, die mich besonders erfüllen. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Brautpaar und den beteiligten anderen Hochzeitsdienstleistern, die es zum Gelingen eines solchen Konzeptes braucht, ist es, die ich besonders genieße und schätze.

Somit möchte ich zu mindestens in der Hochsaison der Hochzeitszeit meinen Fokus noch stärker auf Sweet Candy Table Konzepte legen. Weil es genau das ist, was ich mir unter einem süßen Hochzeits-Highlight vorstelle, und es außerdem logistisch für mich X- Mal entspannter, zudem auch befriedigender ist, als 3 oder 4 Hochzeiten an einem einzigen Wochenende beliefern zu müssen.

Das heißt nicht, dass es grundsätzlich überhaupt nicht mehr möglich ist einzelnen Hochzeitstorten von mir zu bestellen, das wird es auf jeden Fall noch geben! Aber im Sommer liegt der Schwerpunkt verstärkt auf den Sweet Table Konzepten. Und ich werde bei jeder einzelnen Anfrage entscheiden, was mir von den Kapazitäten noch möglich ist und was nicht.

Das ist also die 1. Veränderung in diesem Jahr.

Die 2. wird sein, dass ich mir insgesamt mehr Zeit zum Leben nehmen möchte. Mehr Auszeiten, Freizeit und Muße für meine Familie, Freundschaften und Zeit für mich.

Einige meiner Freundschaften sind an suess-und-salzig zerbrochen bzw. haben arg gelitten…

Es ist für uns Selbstständige so verdammt schwer, lange im Voraus zu planen bzw. wir wissen nie, ob nicht plötzlich DER Auftrag kommt, den wir dann doch noch annehmen (müssen). Sei es weil er ungemein lukrativ, interessant oder irgendwie sonst besonders ist.

Der Umstand, dass wir uns ständig im finanziellen Risikobereich bewegen und die Selbstständigkeit bzw. der (dauerhafte) Erfolg ja nahezu unkalkulierbar ist, geht einher mit großen Existenzängsten, was das Nein sagen bzw. Ablehnen von Aufträgen schwierig macht.

Das ist mir völlig klar und dieser Umstand wird auch weiterhin mein Leben bestimmen.

Aber es sind gar nicht so ganz große Dinge, die ich verändern möchte bzw. versuche zu ändern, sondern es geht mir insgesamt darum Zeit bewusster zu genießen. Ich weiß, ich bin damit nicht allein (zum Glück), aber es fällt mir unfassbar schwer von diesem Turbomodus in dem ich mich fast permanent befinde, bei plötzlich auftretender Freizeit;-)), runterzuschalten.

Das will ich aber! 2018 wird das Jahr in dem ich am Ende viele Marmeladenglasmomente gesammelt haben möchte. Unzählige kleine Augenblicke und Begegnungen, die einem zeigen wie kostbar, besonders und lebenswert unsere Zeit ist.

Ich möchte versuche in meinem Kalender 2018 mehr Lücken zu lassen…

In diesem Sinne wünsche ich euch auch viele Marmeladenglasmomente.

Heike

Video/ @Ronja Krohz

Foto @Melanie Metz

 

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