Selbstständigkeit und Krankheit, was passiert wenn die Hochzeitstorte nicht geliefert werden kann?

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In Gesprächen, wenn es um meinen Beruf und die Hochzeitstorten geht, dann äußern die meisten Gesprächspartner irgendwann den Satz: „ Ich hätte ja totale Angst so eine Hochzeitstorte beim Tragen fallen zu lassen…“

Keine spaßige Vorstellung, aber sicher nicht der Grund für schlaflose Nächte…

Auf der „Hitliste der Gründe für schlaflose Nächte“ stehen nämlich

1. Vollsperrung der Autobahn durch einen Unfall, ich mittendrin und es gibt kein vor und zurück, vorzugsweise noch bei 35 Grad im Schatten

2. Autopanne

3. Krankheit

Und mit Krankheit meine ich jetzt noch nicht mal etwas ganz schwerwiegendes und ganz langfristiges (was natürlich auch fatal ist, wenn man selbstständig ist), sondern etwas wie eine dicke, fiese Erkältung mit Fieber, ein Hexenschuss, eine Magen-Darm-Grippe und, und, und…

Ist man ein Angestellter, geht man in der Regel zum Arzt, lässt sich krankschreiben, kuriert sich aus, und nach ein paar Tagen ist man wieder fit.

Bei uns Selbstständigen sieht die Welt leider etwas anders aus. In der Hochsaison trifft man nicht selten auf Fotografen mit bandagiertem Knie; Trauredner, die sich mit Aspirin Plus aufgeputscht haben, nur noch in Zeichensprache kommunizieren, damit ihnen der Rest Stimme der noch da ist, während der Trauzeremonie erhalten bleibt.

Kollegen, die die Tages-Höhstdosis Ibuprofen fast wie Brausetabletten schlucken, um den Hochzeitstag zu überstehen. Und auch ich hatte schon mehr als einen Tag in 12 Jahren Selbstständigkeit, an dem ich mich krank wie ich war, 100 Mal besser ins Bett gelegt hätte, um mich auszukurieren als meine Bestellungen abzuarbeiten…

Im Nachhinein lachen wir Hochzeits-Dienstleister dann über unsere „Heldengeschichten“, frei nach dem Motto nur die Harten gehen in den Garten…

Lustig ist das wahrlich nicht, aber so typisch für diese spezielle Situation am Hochzeitag, an dem es für alle und alles nur diese einzige, nicht wiederholbare eine Chance gibt, um es für das Brautpaar perfekt werden zu lassen.

Das stellen wir Dienstleister an aller 1. Stelle was zeigt, dass wir wirklich alles tun, um jedem Auftrag gerecht zu werden, auch auf Kosten unserer eigenen Gesundheit…

Kürzlich schrieb mir eine Braut folgende Zeilen:

„Leider kann es ja immer passieren, dass man krank wird. Wer würde unsere Hochzeitstorte herstellen, wenn Sie es aus Krankheitsgründen nicht machen können? In dem Vertrag, den wir mit dem DJ geschlossen haben, steht zum Beispiel unter anderem, dass im Falle seiner Erkrankung ein anderer DJ aus dem Team für ihn einspringen würde….“

Das sind absolut berechtige Gedanken, die dem Brautpaar durch den Kopf gehen, und da das sicher viele Brautpaare beschäftigt, möchte ich heute mal im Detail darauf eingehen.

Wie aus der Einleitung des Textes schon zu erkennen ist, leichtfertig sagt kein professioneller und seriöser Hochzeitsdienstleister eine Hochzeit wegen Krankheit ab (warum ich im letzten Jahr fast wöchentlich, sehr kurzfristige Anrufe von verzweifelten Brautpaaren bekommen habe „unsere Tortenbäckerin ist abgesprungen, ist krank, fährt jetzt doch in den Urlaub“, ist wieder einen eigenen Blogpost wert, nämlich über Profis und Möchtegern Dienstleister…).

Wie handhabe ich das bei suess-und-salzig mit meinem möglichen Ausfall?

Vorab in über 12 Jahren ist dieses für mich regelrecht traumatische Horrorszenario noch nicht vorgekommen, toi, toi, toi ich hoffe sehr das bleibt so!

Was ist jedoch mein Plan B?

Ich bin in der glücklichen Lage mit einem Küchenmeister verheiratet zu sein, der auch im Bereich Patissierie nicht ungeschickt ist. Das heißt, je nachdem wie weit die Vorbereitungen schon fortgeschritten sind, könnten mein Mann das Ruder übernehmen. Sicher keine Dauerlösung, aber doch irgendwie beruhigend.

Des weiteren haben eine liebe Torten-Kollegin und ich uns „versprochen“ in so einer Notsituation dem anderen so gut es geht auszuhelfen. Allerdings muss man hier ganz realistisch sagen, manche Wochenenden sind so voller Arbeit, dass man schon mit seinem eigenen Pensum mehr als ausgelastet ist.

Hat das Brautpaar also automatisch die absolute A.-Karte gezogen? Nein, ich bin diesen Worst Case einmal mit meinem Rechtsanwalt durchgegangen. Das Brautpaar ist eigentlich in einer recht komfortablen Rechtslage (wenn man natürlich mal von dem Stress und dem Ärger, der ein kurzfristiger Dienstleisterausfall mit sich bringen würde, absieht).

Bei kurzfristiger Stornierung durch den Dienstleister:

1.Bekommt das Brautpaar natürlich sein bis dahin gezahltes Geld komplett erstattet.

2.Hat das Brautpaar das Recht, sich gleichwertigen Ersatz zu besorgen, gesetzt den Fall es findet jemand der sehr kurzfristig den Auftrag übernehmen kann. Für den Ersatz  muss der ausgefallene Dienstleister (teilweise) aufkommen. Das betrifft besonders so ganz kurzfristige Fälle, wie z.B. um 14 Uhr soll die Hochzeitstorte geliefert werden und der beauftragte Dienstleister, meldet sich morgens um 8 Uhr krank und kann nicht liefern.

So verhält es sich übrigens auch, wenn der gebuchte Cakedesigner in einen Unfall verwickelt wird und die Hochzeitstorte ist dadurch zerstört…

Ich für meinen Teil hoffe nie in eine solche Situation zu geraten, weil mir natürlich absolut bewußt ist, wie furchtbar das für ein Brautpaar wäre, und für mich auch:-((

Also dreimal klopfen auf Holz!

Brautpaaren, denen das alles zu unsicher ist bleibt eigentlich nur eine Option, alle Dienstleistungen bei größeren Firmen zu buchen. Sprich in einer Konditorei mit mehreren Mitarbeitern, einem Fotografenteam, einer größeren Gärtnerei, einem Friseursalon…

Die Individualität der Dienstleistung ist dort unter Umständen nicht ganz so geben, da die absolute Spezialisierung auf das Thema Hochzeit fehlt, das ist dann halt der Preis für 100 % Sicherheit.

Doch ganz ehrlich wo gibt es schon 100 % Sicherheit?

Interessant ist für Brautpaare aber vielleicht auch noch der umgekehrte Fall, dass die geplante Hochzeit kurzfristig storniert werden muss.

Auch das habe ich schon erlebt. Einmal brach sich eine Braut kurz vor der Hochzeit ein Bein; die Hochzeitslocation hatte eine Doppelbuchung und bei einem Fall, hatte sich die Braut vor der Hochzeit überlegt, dass mit der Ehe wohl lieber ganz zu lassen.

Den Beitrag dazu könnt ihr hier noch mal nachlesen.

Jetzt wünsche ich allen Lesern, egal ob Brautpaar oder Dienstleister,

viel Gesundheit!

LG Heike

 

 

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