Die 5 größten Anfängerfehler und warum der Weg in ein eigenes Cake-Business steinig ist

heike krohz workshop

2018, dieses Jahr hat die Tortenbranche ordentlich durchgeschüttelt und mit großem Bedauern, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass direkt mehrere tolle Cakedesigner und Konditoren-Kolleginnen, deren Arbeiten mich die letzten Jahre begleitet haben, ihr Business aufgeben haben.

Das selbst gut gebuchte Betriebe zu kämpfen haben und schließen zeigt, dass es eben nicht so einfach ist ein wirtschaftlich erfolgreiches Tortenbusiness zu führen. Warum die Schwarzarbeit einen nicht gerade unerheblichen Beitrag zu dieser Krise leistet, darüber habe ich hier und hier schon mal berichtet.

Besonders in den ersten zwei Jahren geht es darum die Weichen der Selbstständigkeit richtig zu stellen, das heißt nicht, dass der Weg danach weniger steinig ist, aber mit der Zeit erlangt man doch eine gewisse Routine und idealerweise hat man aus seinen Anfängerfehlern auch etwas gelernt:-)

Für euch habe ich nun einmal meine (persönlichen) 5 größten Anfängerfehler bei der Gründung bzw. der ersten Zeit der Selbstständigkeit aufgelistet.

1. Mit zu hohen Fixkosten starten! Klar ist es toll in einer top ausgestatteten Backstube mit den modernsten Geräten zu arbeiten, ein repräsentativer Showroom, ein Kühlwagen, vielleicht gleich noch einen Mitarbeiter einstellen, der ungeliebte Jobs übernimmt…

Mein Rat lautet jedoch, lieber so einfach starten wie möglich, denn es wird mehrere Monate/ev. sogar 1-2 Jahre dauern bis ihr anfangt schwarze Zahlen zu schreiben. Zu hohe Fixkosten, gerade am Anfang, werden euch extrem belasten und können dafür sorgen, das euer Traum von der Selbstständigkeit schneller zu Ende ist als ihr schauen könnt! Das Einzigste was dann davon bleibt ist ein Schuldenberg! Das Business so zu planen, dass ihr vom 1. Monat an mit einem „Einkommen/Gewinn“ kalkuliert ist in meinen Augen komplett unrealistisch. Ein gewisses finanzielles Polster und/oder ein Partner der extern, monatlich ein festes Gehalt erwirtschaftet sind fast unerlässlich. Kleiner Tipp von mir, z.B. starten in der sogenannten Teilselbstständigkeit!

2. Sich übernehmen, dass ist nicht nur finanziell fatal (siehe Punkt 1), sondern auch dann ein echtes Problem, wenn ihr eure eigenen Kapazitäten überschätzt. Ja ich kenne das Dilemma, wenn alle Brautpaare sich auf ein bestimmtes Datum konzentrieren, und man 10 Aufträge für ein Wochenende annehmen könnte, und an anderen Tagen herrscht im Kalender gähnende Leere. Doch dieses unkontrollierte Annehmen birgt zwei große Gefahren in sich.

A. Eure Qualität/Zuverlässigkeit wird leiden, eine logische Konsequenz, wenn ihr unter extremen Zeitdruck und ohne die nötige Routine ein krasses Pensum fahrt.

B.Ihr werdet euch selber sehr schnell verheizen, denn der Stresspegel ist enorm, und auf Dauer sind schlaflose Nächte (wie schaffe ich das nur, klappt das mit den 5 Auslieferungen heute, was ist wenn Stau ist usw.) nicht gesund.

3. Alles anbieten. Das Geheimnis heißt Spezialisierung, denn nur so hebt ihr euch ab von der Masse der Konkurrenten. Überlegt euch genau wo liegen eure Stärken. Damit meine ich nicht, dass jeder Dienstleister im High End Bereich arbeiten muss, sondern wenn ihr besonders tolle Erdbeerherzen macht, dann ist das prima und es wird genügend Brautpaare geben die genau das suchen. Aber bietet nicht Erdbeerherzen, Sweet Table und noch belegte Mettbrötchen an;-).

4. Am Anfang super günstig sein, um Kunden zu generieren. Wenn ihr nicht ewig mit dem Stempel behaftet sein möchtet, „geht zu XY da gibt es tolle Torten billig“ dann kalkuliert eure Preise von Anfang an richtig aus und bleibt auch dabei. Ein Cakebusiness ist kein orientalischer Markt, und Hochzeitstorten sind keine Kamele über deren Preis man feilschen kann! Fahrt ihr erstmal auf der Billigschiene, wird es im Nachhinein extrem schwer auf reale Preise umzuschalten.

5. Bleibt realistisch und schaut wo ihr mit eurem Business steht! Das Gegenteil von Punkt Nr.4 sind die Kandidaten, die gerade gegründet haben und sich an den Kollegen orientieren, die schon jahrelang erfolgreich am Markt sind. Damit meine ich, vergleicht keine Äpfel mit Birnen. Nur weil XY 7,00 € pro Stück Hochzeitstorte nimmt, bedeutet das nicht, dass dies ein allgemeingültiger Preis ist. Auch hier gilt, kalkuliert EURE Preise aus. Und bedenkt dabei, je hochpreisiger ihr seid, desto mehr Service, Beratung, Exklusivität kann und wird euer Kunde von euch erwarten! Seid ihr wirklich von Anfang an in der Lage in dieser Liga mitzuspielen? Ist euer Business in der Großstadt oder auf dem platten Land? Punkte, die in der Preisgestaltung auf jeden Fall eine Rolle spielen müssen. 

suess-und-salzig hat bald das 13. Geschäftsjahr vollendet, ich glaube ohne Übertreibung kann ich sagen, ich verfüge über einen extrem großen Erfahrungsschatz und jahrelange Expertise im Bereich Cakedesign/Konditorei/Patisserie/Foodstyling. Stilstand ist auch bei Erfolg etwas, dass man sich nicht leisten kann und auch ich bin ständig dabei mich auf die verschiedensten Arten weiterzubilden.

Gerne teile ich mein Wissen mit DIR, egal ob es um Rezepte, Techniken oder eben um Fragen, die den Erfolg eines Cakebusiness betreffen, geht. In meinen exklusiven Einzelworkshops für Selbstständige und Gründer, greife ich genau DIE Themen auf, die DICH umtreiben und belasten.

Ab Januar habe ich wieder freie Kapazitäten für one-for-one Workshops. Bei Interesse schreib mir bitte via H.Krohz@suess-und-salzig.de und ich sende  Dir die entsprechenden Informationen zu.

 

Grüße aus der Backstube

Heike

*unbezahlte Werbung

 

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